Kinder im Frauenhaus

Die Kinder und Jugendlichen, die zu uns ins Frauenhaus kommen, waren meist über einen langen Zeitraum häuslicher Gewalt ausgeliefert. Viele kommen verängstigt, verunsichert, in sich zurückgezogen, aber auch distanzlos oder hyperaktiv an. Bei einigen waren Polizeieinsätze vorausgegangen oder sie mussten Hals über Kopf nach Eskalationen von zu Hause fliehen. Vieles wurde zurückgelassen (Freunde, Schule/Kindergarten, persönliche Dinge, Kleidung, Spielsachen, ihr Zuhause und der Vater usw.). Oft sind sie im Unklaren darüber, wo sie sich nun befinden, was sie erwartet und wie es weiter gehen soll. Wir bieten den Kindern Hilfe bei der Bewältigung der Gewalterfahrung, beim Zurechtfinden mit der neuen Situation und beim Start in eine gewaltfreie Zukunft.

Die Zusammenarbeit mit den Müttern (Absprachen/Transparenz in der Arbeit) ist unerlässlich, da die Kinder von ihren Müttern und deren Entscheidungen, Ressourcen und Defiziten abhängig sind. Ist die Mutter nicht in der Lage, für das Wohl des Kindes zu sorgen, wird nach geeigneter Unterstützung (in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt) gesucht.

Kinder und deren Mütter, die nach einem Polizeieinsatz/Platzverweis in ihrer Wohnung geblieben sind, erhalten Unterstützung durch die Interventionsstelle (Aufsuchende Arbeit) von Elvira Birk, Juliane Bopp (für Frauen) und Christine Tittel (für Kinder).